Du weißt nicht was du üben sollst? Üb das hier!

Es gibt unzählige Bereiche in der Musik, die es zu üben gilt, wenn du effektiv an deinem Instrument besser werden willst. Du kannst Skalen üben, Arpeggios, Saiten- und Lagenwechsel, Akkordumkehrungen, Notenlesen, einen bestimmten Song spielen, Slappen, Tapping, Rythmik, 8tel, 16tel Triolen, Geschwindigkeit, Jazztheorie und und und…

Tausende und abertausende verschiedener Übungen, die alle ihre Daseinsberechtigung haben. Aus gutem Grund sind viele (nicht mehr) Anfänger und Fortgeschrittene verwirrt und wissen nicht, was sie eigentlich üben sollen um effektiv besser zu werden.

Für welche dieser X Sparten sollst du dich entscheiden? Welche Übung, welches Thema ist am sinnvollsten (vor allem wenn du nur begrenzt Zeit hast)?!

Klar, was genau bei jedem dran ist, ist eine ganz individuelle Sache und wird am besten im Einzelgespräch mit einem professionellen Basslehrer geklärt.
Es gibt aber Fähigkeiten, die besonders am Anfang (und darüber hinaus) extrem sinnvoll sind um damit noch schnelleren Fortschritt zu erzielen!

Fähigkeiten, die Fähigkeiten schaffen! Wie Geld das sich, richtig angelegt, von selbst vermehrt. (Natürlich tut es das nicht wirklich von selbst aber das Ergebnis ist dasselbe ;-))

Welche Fähigkeit das sein soll?

Übe Hören

Ich habe selbst erst spät angefangen meinen Fokus aufs Hören zu richten. Ich fand die ganze Theorie sehr spannend und war von meinen technischen Fortschritten begeistert.
Wenn es aber darum ging mit anderen zu jammen oder mich schnell in einen unbekannten Song einzufinden, stand ich ganz schön auf dem Schlauch.

Irgendwann habe ich erkannt, dass es genau das war, was mich als Musiker extrem verbessern sollte. Und das nicht nur in dem Bereich der Gehörbildung, auch andere Fähigkeiten werden durchs Hören Üben verbessert.

So simpel es klingt, dein Gehör zu schulen bringt dich am schnellsten weiter, besonders wenn du ohnehin ratlos bist, was du üben sollst.

Stell dir es dir wie eine Art Zugpferd vor. Wenn du ein gutes Gehör hast, kann dein Gehirn einmal gehörte Songs gleich mitspielen. Es fehlt vielleicht noch an der richtigen Technik und Geschwindigkeit, die kommt aber fast wie von selbst durchs Spielen nach Gehör.

Was dir ein gutes Gehör bringt:

  • Du kannst Songs, wenn auch holprig, schnell nachspielen. Das macht einfach Spaß und Spaß ist zum Lernen essenziell.
  • Du lernst zügig viele Songs und erweiterst wöchentlich deinen Horizont. Du machst schnelle Lernfortschritte.
  • Dein Fortschritt motiviert dich unheimlich! Du bist stolz auf das, was du schaffst, auf die vielen Songs und die anderen Fähigkeiten, die du nebenbei dazulernst, denn:

Und jetzt kommen wir zur Sache mit dem Zugpferd:

(fast) Alle anderen Fähigkeiten, die du als Bassist*in brauchst, übst du gleichzeitig mit!

Wie das sein kann? Na ganz einfach:
Wenn du einen Song nachspielst, kannst du das nicht tun, ohne deine Hände zu benutzen. Du lernst also automatisch rechte und linke Hand Technik. Als da wären:

  • Wechselschlag
  • String skipping
  • Geschwindigkeit rechts und links
  • verschiedene rythmische Patterns
  • Greifen unterschiedlicher Muster
  • Sauberes Umgreifen

und und und…

Musik besteht aber nicht nur aus Hören und Technik, ein wichtiger Bestandteil ist (vielleicht einfach zu raten) Harmonie.

  • Dur, Moll und verminderte Arpeggios
  • Verschiedene Skalen
  • Akkordführung
  • Harmonische Basslinien
  • Melodieführung

und und und…

Ein weiterer Teil ist Rythmik, auch die lernst du quasi nebenher automatisch mit.

  • Rythmen erkennen und nachspielen
  • Verschiedene rythmische Muster
  • 4tel-, 8tel-, 16telnoten und Pausen
  • Triolen und Shuffle

und und und…

Die Liste der Fähigkeiten die du beim Raushören und Nachspielen nebenbei mitschulst ließe sich noch erweitern. Wichtig ist mir aber nur deutlich zu machen, dass du dieses Feld unheimlich gut nutzen kannst um insgesamt voran zu kommen, anders als bei vielen anderen Bereichen.

Wenn du zum Beispiel Tonleitern lernst, lernst du Tonleitern. Deine Hände üben die Technik, dein Gehör speichert den Klang, dein Gehirn merkt sich das Pattern. Soweit so gut, auch das will gelernt und geübt sein. Geht es aber ums gesamte Vorankommen, reichen Tonleitern nicht ansatzweise ans.

Genauso bei reinen Technikübungen, Rythmik, Musiktheorie und und und. Sie alle decken einen wichtigen Teil einer umfassenden Musikausbildung ab. Nichts davon bringt dich aber im Allgemeinen so stark weiter wie das Raushören von Songs.

Ich will damit auf keinen Fall sagen, dass du die ganzen anderen Sachen nicht lernen sollst, im Gegenteil!
Hast du aber begrenzt Zeit, willst dass es schnell geht und/oder hast gerade keine speziellen Übungen, die dich jetzt konkret beschäftigen, dann übe Songs raus zu hören. Das bringt dich mega weiter!

Klar, auch wenn du andere Fähigkeiten dadurch mittrainierst, wirst du darin nicht automatisch zum Profi. Aber überleg dir, was für eine Art von Bassist du lieber sein willst. Ein Techniker? Ein Theoretiker? Oder einer, der einfach immer mitspielen kann, ein richtiger Musiker eben?

Einfach machen,

Lade dir jetzt mein Cheatsheet „Effektiv Üben“ herunter und lerne:

effektiv_uben_3d-mini

  • wie du immer ganz genau weißt, was du üben musst, statt „einfach irgendwas“ zu spielen
  • wie du dranbleibst, auch wenn du keine Motivation hast
  • wie du konkret spürbar weiterkommst, jedes Mal, wenn du übst
  • was du wann und wie üben musst, um täglich besser zu werden

+ Extra: Die konkreten Tools und Apps, die ich selbst benutze um so effektiv wie möglich zu üben

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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Denis,

    tolle webseite, ganz herzlichen Glückwunsch! Habe mich gleich so festgelesen, dass mein Manuskript warten musste 😉 Da gibt es in den nächsten Unterrichtsstunden viel zu bereden und zu tun. Übeplan steht an erster Stelle, alles aufschreiben, denn ich muss wirklich in ganz kleinen, überschaubaren Schritten üben, eher 5x am Tag 10 Minuten als „Pause vom Schreiben“ als einmal ne ganze Stunde.

    Wir sehen uns am Freitag, bis dann!
    Liebe Grüße, Christine

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