4 Tipps für deinen effektiven Übealltag

Wenn du mich schon ein bisschen kennst, weißt du wie wichtig ich es finde regelmäßig zu üben. Auch meinen Schülern empfehle ich lieber regelmäßig kurz, statt selten lang zu üben (regelmäßig lang ist natürlich noch besser). Einfach nur viel zu üben ist aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss, viel wichtiger als die Quantität ist die Qualität deiner Übungseinheiten.

Ich habe mich viel mit der Praxis des Lernens und Übens auseinandergesetzt, viel gelesen, mit vielen guten Lehrern und professionellen Musikern geredet. Ich habe vieles ausprobiert, einige Erfahrung gesammelt und stetig an meiner Übepraxis gefeilt.

Mittlerweile habe ich meine eigene Effizienz so weit steigern können, dass ich in einer (täglichen) halben Stunde mehr lerne, als ich zuvor in drei oder mehr hingekriegt hätte.

Das soll keine Angeberei sein, ich bin damit bei weitem nicht der Einzige.

Ich wage zu behaupten, dass alle wahren Meister ihres Faches eine höchst effektive Herangehensweise haben, wenn es darum geht die nötigen Fähigkeiten/das nötige Wissen weiter zu steigern.

Klar, wer viel übt wird schnell besser, wer aber viel und effektiv übt, schießt mit den Ergebnissen durch die Decke!

Aber wie übt man eigentlich „richtig“, im Sinne von „möglichst effektiv“?

Das ist genau die richtige Frage, die sich leider viel zu wenig Leute stellen. Damit meine ich: schön, dass du da bist ;-), genau diese Frage will ich hier auf meiner Seite nämlich beantworten.

Ich hoffe du hast ein bischen Geduld mitgebracht, es geht nämlich nicht von jetzt auf gleich, sondern nur Schritt für Schritt. Aber keine Angst, ich werde dich dabei begleiten. Das Thema „Üben“ ist ein so weites Feld, dass ein Artikel bei weitem nicht ausreicht um es zu bearbeiten, daher werde ich hier in Zukunft immer wieder darauf eingehen.

Heute geht es um etwas, das ich im Laufe der Zeit immer mehr zu schätzen gelernt habe: Struktur. Aber genug der langen Vorrede! So gestaltest du dir deinen eigenen, effektiven Übealltag:

Setze dir konkrete Ziele

Setze dir dafür einen klaren zeitlichen Rahmen, ich empfehle dir einen Monat. Das ist nicht allzu lang, trotzdem aber lang genug um deutlich merkliche Resultate zu erzielen.

Bleibe einigermaßen realistisch, setze deine Ziele aber auch nicht zu tief an. Denk dran: du wirst ab jetzt so effektiv sein wie noch nie! Du kannst dir also ruhig was zutrauen.

Sei dabei möglichst konkret. „Besser spielen können“ ist kein genaues Ziel. Ein Beispiel für ein konkretes Ziel wäre das hier:
Juni 2015: Noten lesen lernen. Viertelnoten ohne Vorzeichen in moderatem Tempo flüssig vom Blatt spielen können.“

Schreib es dir auf! Mach es für dich verbindlich, indem du es verschriftlichst. Ein Plan ist immer nur ein Plan, wenn er auch irgendwo steht. Ich empfehle dafür ja ein eigenes Übeheft oder -buch, was du bei jeder Übesession dabei hast.

Entwerfe konkrete Übungen, die dich an dein Ziel bringen

Diese Übungen müssen an deine momentanen Fähigkeiten angepasst sein! Sie sind der Weg, der deinen Ist-Zustand mit deinem Soll-Zustand verbinden und müssen gut auf dich angepasst sein. Sind sie zu einfach, ist es wie rumdaddeln. Du spielst was du schon kannst und kommst nicht weiter, das ist kein Üben.

Sind sie zu schwer, zerbrichst du dir den Schädel (oder die Finger) und bist nach kurzer Zeit so frustriert und entmutigt, dass du anfängst an deinem Talent zu zweifeln und das Üben vielleicht ganz sein lässt.

Am besten ist es, wenn du dafür ein paar Einzelstunden bei einem professionellen Basslehrer nimmst, mit dem du deine Ziele besprichst, deinen Ist-Zustand abklärst und die Übungen entwirfst, die du brauchst um dahin zu gelangen.

Dann besorge dir entsprechendes Material, wenn du es nicht ohnehin von deinem Lehrer bekommen hast. Das wären in unserem Beispiel etwa einfache Songs mit Viertelnoten.
Dafür sind Jazzsongs gut geeignet, weil der Bass im Jazz meist Viertelnoten spielt.

Es gibt aber auch gute Lernbücher zu den meisten Themen und das Internet ist voll mit Lernvideos und Webseiten.

Integriere die Übungen in deinen Übeplan

Wie oft kannst und willst du üben? Zu welcher Tageszeit willst du üben, wo passt es am besten in deinen Tagesablauf?

Willst du direkt morgens vor dem Frühstück eine Stunde investieren und es dann hinter dir haben? Hebst du es dir für den Nachmittag auf, wenn du sonst soweit alles erledigt hast? Oder willst du es abends zum Schluss machen, als Belohnung für den Tag? Vielleicht machst du auch lieber mehrere kleine Einheiten statt eine lange?

Das sind alles Punkte, die eine Rolle fürs Üben spielen. Der Musik ist es letztendlich egal wann du übst, richte dich da ruhig ganz nach deinen Bedürfnissen. Jeder hat da andere Präferenzen, es gibt kein Besser oder Schlechter.
Du kannst deine Sessions auch splitten, falls du keine ganze Stunde am Stück hinbekommst.

Wenn du morgens vor dem Frühstück eine halbe Stunde einschieben kannst, ist das schon viiiieeeel besser als wenn du es nicht tust. Und es ist wirklich kein Riesenblock, der dir direkt den ganzen Tag füllt.
Jede kleine Übesitzung, die du durchziehst, ist besser als der großartigste Übeplan, der auf der Strecke bleibt.

Führe Protokoll

Das klingt vielleicht trocken und spießig, hilft aber ungemein. Wenn du ein kleines Tagebuch führst, hältst du dir deinen Fortschritt automatisch immer wieder vor Augen. Du wirst überrascht sein, wenn du merkst wie weit du nach einem Monat schon gekommen bist!

Es ist einfach total motivierend zu sehen, wie du dich stetig verbesserst. Ich habe mir dafür ein kleines Büchlein besorgt in das ich alles reinschreibe, was ich übe.

Zusätzlich bleibst du immer am Ball. Du weißt was du gestern und vorgestern gemacht hast, wie es gelaufen ist und kannst deine nächsten Schritte planen. Gerade wenn du in jeder Session mehrere unterschiedliche Sachen übst, ist es sinnvoll Buch über deine Fortschritte zu führen.

Darin sollte stehen:

  • Was du geübt hast
  • wie lange
  • in welcher Geschwindigkeit
  • wie es geklappt hat
  • was du beim nächsten mal übst

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Umsetzung dieser Tipps. Du kannst dir sicher sein, dass sie deine Fortschritte (wenn du sie konsequent anwendest) beflügeln werden.

Hast du bereits Erfahrungen mit dieser Herangehensweise? Hinterlasse einen Kommentar unter dem Artikel.

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  • wie du immer ganz genau weißt, was du üben musst, statt „einfach irgendwas“ zu spielen
  • wie du dranbleibst, auch wenn du keine Motivation hast
  • wie du konkret spürbar weiterkommst, jedes Mal, wenn du übst
  • was du wann und wie üben musst, um täglich besser zu werden

+ Extra: Die konkreten Tools und Apps, die ich selbst benutze um so effektiv wie möglich zu üben

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3 Kommentare, sei der nächste!

      1. Hallo Denis Ich darf deshalb keinen Bassunterricht nehmen weil meine Mutti das nicht möchte.Warum weiß ich nicht.Muß mir alles selber beibringen inklusive Lieder.Freue mich auf Antwort Moni

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